Bürgerbeteiligung

Für die Umsetzung von Großprojekten ist die rechtzeitige Beteiligung der betroffenen Bürgerinnen und Bürger essentiell geworden – auch im Fall der Uni-Erweiterung. Lesen Sie die Kommentare von Teilnehmern.

Bau am Geomatikum/Schröderstiftwiese

Mit dem 1. Preis-Entwurf können die Anwohner nicht zufrieden sein.

Siegerentwurf für die Uni-Neubauten am Geomatikum. © Stiftsarchiv Wiwi

Siegerentwurf für die Uni-Neubauten am Geomatikum. © Stiftsarchiv Wiwi

Zum einen: Die GANZE Wiese wird bebaut, Grün vernichtet. Das sollte eigentlich laut Bürgerbeteiligung vermieden werden. Zum anderen: bebaut mit einem siebengeschossigen baulichen Monstrum, das eher an eine mittelgroße Provinz-Firmenzentrale erinnert, aber als “neues Gesicht der Uni” völlig ungeeignet ist.

Zweiter Platz für den Entwurf von Schweger & Partner Architekten in Kooperation mit dem Büro Albert Speer. © Stiftsarchiv Wiwi

Zweiter Platz für den Entwurf von Schweger & Partner Architekten in Kooperation mit dem Büro Albert Speer. © Stiftsarchiv Wiwi

Viel besser, weil ins Stadtbild passend und charmant (O-Ton Oberbaudirektor Jörn Walter), ist der zweite Preisträger. Hier fügt sich der Neubau elegant ein und dominiert nicht. Der Oberbaudirektor und der Bezirk haben sich sehr für diesen Entwurf engagiert; letztlich dann vor der Uni kapituliert, die einen Monolithen wegen besserer Kommunikationswege forderte.

Das leuchtet nicht ein; das bietet auch der zweitplatzierte Entwurf von Schweger & Partner Architekten in Kooperation mit dem Büro Albert Speer, man hätte durch Übergänge nachbessern können. Die Behörde für Wissenschaft und Forschung (BWF) kann übrigens noch frei entscheiden, die ersten drei Entwürfe stehen zur Debatte.

Die Wettbewerbsentwürfe sind vom 20.09.2011 bis 17.10.2011 im 15. OG des Geomatikum öffentlich zugänglich, jeweils Mo-Fr, 15-19 Uhr.

(Arndt Prenzel, 18.09.2011)

 

Ideenworkshop

Am 22.1.2011 fand mit dem „Ideenworkshop zum städtebaulichen Wettbewerb Campus Bundesstraße“ die vorläufige Abschluss-Veranstaltung der Bürgerbeteiligung statt.

Ein weiteres Mal wies eine breite Mehrheit der Teilnehmer auf den Wert des alten Baumbestands hinter dem Schröderstift hin, dessen Erhalt vereinbar ist mit den Anforderungen der Uni-Erweiterung, wie Alternativ-Entwürfe zeigen.

Aufsteller zum Ideenworkshop im Rahmen der Bürgerbeteiligung zur Uni-Erweiterung. © JE

Aufsteller zum Ideenworkshop im Rahmen der Bürgerbeteiligung zur Uni-Erweiterung. © JE

Die Behörde ignorierte in ihren Ausschreibungsgrundlagen diese Hinweise bisher standhaft: Sie hält daran fest, eine Bebauung auf dem obengenannten, als „Baufeld A“ bezeichneten Gelände zu entwerfen und schließt so die Berücksichtigung der Bürger-Anliegen ohne Begründung aus.

Ein letztes Mal wiesen die Bürger auf diese Ignoranz hin und gaben ein deutliches Votum dafür ab, Baufelder A und B zusammenzufassen, bzw. Baufeld A rundherum bis ans Geomatikum heran zu erweitern, um die Architekten nicht unnötig einzuschränken. War die Bürgerbeteiligung eine Farce? Wir werden es wissen, sobald im Februar/März 2011 der Ausschreibungstext veröffentlicht wird.

(Gerd Hamann, 25.1.2011)

 

Wünsch Dir was?

Rund 300 Bürgerinnen und Bürger nahmen am 30.11.2010 an der Info-Veranstaltung zur Uni-Erweiterung im Geomatikum teil.

Wissenschaftssenatorin Herlind Gundelach, Uni-Präsident Dieter Lenzen und Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke versprachen zwei Stunden lang, die Forderungen der Anwohner in den städtebaulichen Wettbewerb ernst- und aufzunehmen.

Auftaktveranstaltung zur Bürgerbeteiligung im Geomatikum. © Stiftsarchiv Wiwi

Auftaktveranstaltung zur Bürgerbeteiligung im Geomatikum. © Stiftsarchiv Wiwi

Die Bürger wollen vor allem den Erhalt des GRÜNS zwischen Schröderstift und Geomatikum (Wiese und Park), aber auch Verbesserungen für den Radverkehr und Verkehrsberuhigung in der Bundesstraße.

Ob diese Versprechungen eingehalten werden, weiß niemand. Zwischendurch hiess es vom Podium, die Bürger hätten „beratende Funktion“. Sevecke sprach jedoch von einem einmaligen Vorgang, da die Behörden noch KEINE eigenen Planungen hätten; somit alles offen sei. Doch die Zweifel der Anwesenden sind erheblich. Da beim Wünsch-Dir-Was zu allem JA gesagt wurde, blieb es vorerst friedlich. Weitere Aktionen sind jedoch geplant.

Ende Januar, wenn die europaweite Ausschreibung des städtebaulichen Wettbewerbs beginnt, wissen wir mehr. Vorher tagt der Sonderausschuss, der sich angeblich auch um die RECHTE der Kinder und Jugendlichen kümmert. Inwieweit diese Gruppen tatsächlich eingebunden werden, konnte niemand sagen.

(Arndt Prenzel, 1.12.2010)

 
 

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